Ein positiver Führungsstil hat Auswirkung auf den wirtschaftlichen Erfolg!

Aktualisiert: Feb 26

Führung per se ist ja andere Menschen in einer bestimmten Form zu beeinflussen. Eine Führung die nicht beeinflusst, führt nicht, weil dann brauche ich ja die Führung nicht. Somit ist die Frage: "Wie schaut eine gute Beeinflussung aus, im Sinne des Unternehmens?"


Dr. Markus Ebner (www.perma-lead.com) erläutert den Begriff positiv Leadership, woher er kommt und an welchen wirtschaftlichen Kennzahlen er gemessen werden kann.


Also soweit mal grundlegend ist die Positive Psychologie ein Kind, das im Wissenschaftslabor geboren wurde, wenn man so möchte. Also nicht in der Logik von hier sind Menschen, die wollen etwas Gutes in die Welt tragen alleine, sondern aus der Wissenschaft heraus in der Sichtweise von, dass die Psychologie sehr gut darin war Defizite zu diagnostizieren aber eigentlich keine Diagnosemöglichkeiten entwickelt hat für Dinge die gelingen, das ist ein Aspekt der relevant ist.


Ein zweiter Aspekt, wenn ich noch in der Grundlage bleibe, dass man sehr lange die Logik hatte, wenn ich weiß warum etwas schief läuft kann ich daraus direkt ableiten was ich tun muss, das etwas exzellent wird. Hier hat sich herausgestellt, das stimmt nicht! Diese Denkweise klingt zwar sehr einfach, aber sie funktioniert nicht dort wo Menschen sind. Wenn ich Exzellenz reproduzieren möchte, dann muss ich dorthin gehen und es dort mir ansehen, wo Exzellenz passiert. Darauf basiert letztendlich die Positive Psychologie.


Wenn wir das ganze jetzt in Organisationen, in Unternehmen übertragen, dann sehe ich mal die positive Psychologie als Grundlagenforschung, die wir oder ich als Wirtschafts- und Organisationspsychologe in Unternehmen hinein trage und mir als Wissenschaftler ansehe, welche Auswirkungen hat das wenn ich das mache. Für mich steht dieser Ansatz parallel, neben allen anderen Ansätzen die man beforschen kann in Unternehmen, denn Unternehmen und Organisationen haben ja immer die Logik von, die müssen erfolgreich sein sonst funktioniert das Unternehmen nicht.


Das heißt, wenn ich jetzt in der Sichtweise bleibe, jetzt sitzen wir alle im Kreis und erzählen uns alle wie toll wir sind, und das wäre eine Strategie, dann wäre für mich als Organisationspsychologe spannend, welche messbaren Auswirkungen hat das, wenn man das macht. Das gilt übrigens für jegliche Intervention die eine Organisation macht.


Das was wir getan haben und natürlich noch immer tun ist, wir schauen uns ganz konkret an, wenn man diese Ansätze in Unternehmen bringt, welche messbaren Auswirkungen haben die. Ich nehme dazu positiv Leadership als Beispiel. Führung per se ist ja andere Menschen in einer bestimmten Form zu beeinflussen. Eine Führung die nicht beeinflusst, führt nicht, weil dann brauche ich ja die Führung nicht. Somit ist die Frage: "Wie schaut eine gute Beeinflussung aus, im Sinne des Unternehmens?" und ich sehe es noch ein bisschen größer, gesellschaftlich, im Sinne eines Menschenbildes das wir derzeit haben, im Sinne eines wertschätzenden Menschenbildes.


Das kann ich jetzt als Organisationspsychologe an ganz harten Kennzahlen messen. Ich kann mir ansehen, welche Auswirkungen hat dieser Führungsstil z.B. auf Krankenstandstage in Teams. Hier sehen wir eindeutig, dieser Führungsstil hat einen messbaren Einfluss nämlich einen positiven Einfluss auf durchschnittliche Krankenstandstage in Teams.


Ich kann mir ansehen, welche Auswirkungen hat dieser Führungsstil wenn z.B. in einem Baumarkt die Filialleitung so führt, auf das Einkaufsverhalten von Kundinnen und Kunden. Das kann ich ganz objektiv messen. Ich kann mir ganze einfach ansehen, man nehme unterschiedliche Baumärkte, messe dort die Führung und schaue mir dann an, wieviel kaufen Kunden dort durchschnittliche ein, in vergleichbaren Einzugsgebieten. Hier sehen wir ganz eindeutig, dieses Führungsverhalten hat einen messbaren Einfluss auf das Einkaufsverhalten von Kunden die nicht mal vielleicht wissen wer hier die Filialleitung ist.


Oder, eine ganz aktuelle Forschung die wir noch gar nicht publiziert haben weil sie ganz frisch ist, wir haben uns angesehen welchen Einfluss hat dieser Führungsstil auf Fluktuation. Was wir finden ist ein hoch signifikanter Zusammenhang! Führungskräfte die positiv Leader sind haben in ihren Teams eine signifikant geringere Fluktuation. Wenn ich mir jetzt anschaue, welche Kosten durch Fluktuation entstehen, wieviel Wissen abdriftet, wenn ich eine hohe Fluktuation habe, dann kann ich sagen: "Ok was macht eine gute Führungskraft? Eine gute Führungskraft sorgt dafür, dass die Mitarbeitenden gesund bleiben. Eine gute Führungskraft sorgt dafür, dass die Performance des Unternehmens stimmt. Eine gute Führungskraft sorgt dafür, dass die Leute die gut sind auch bei mir im Unternehmen bleiben!" und dann haben wir noch ganz viele andere Faktoren, das würde jetzt den Rahmen sprengen, die wir gemessen haben.


Hier gibt's ganz klare Kennzahlen dazu, wo wir zeigen können: Dieser Führungsstil hat messbar und nachweislich, wissenschaftlich unabhängig erforscht, einen Einfluss auf diese Faktoren. Da ist für mich gar nicht mehr so relevant, ob jemand sagt: "Naja das ist schon sehr Menschen wertschätzend oder das ist vielleicht weich oder was auch immer!" Jeder der sagt, ich habe einen besseren Führungsstil, der auf diese Faktoren besser wirkt, möge vortreten und wissenschaftliche Forschung dazu machen. Für mich ist relevant, können wir zeigen, dass dieser Ansatz tatsächlich sich günstig für das auswirkt, was Unternehmen wollen, und hier können wir ganz eindeutig sagen, ja.


Der Grund warum ich, von meiner eigene Motivation sehr stark an dem Thema dran geblieben bin, zusätzlich haben wir hier noch einen Führungsstil, der ein sehr menschenfreundlicher Führungsstil ist und der nicht für das Unternehmen gute Aspekte hat, sondern auch für die Personen die in diesem Unternehmen arbeiten. Wir sehen z.B. dass dieser Führungsstil messbar auf die Burnout Gefährdung der Mitarbeitenden wirkt. Wir haben jetzt in der Corona Situation uns angesehen, wie ist das in Krankenhäusern. Menschen die in Krankenhaus arbeiten und in der Führungsstil der jeweiligen Stationsleitung. Stationsleitung im Sinne von positiv Leadership senkt das Burnout-Risiko der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um mehr als die Hälfte. Das ist natürlich im Interesse des Unternehmens, aber natürlich auch sehr stark im Interesse der Menschen die in diesen Unternehmen arbeiten.


Es geht dann noch darüber hinaus, weil so wie ich den ganzen Tag behandelt werden, wie ich miteinander umgehe im Unternehmen, mit den Menschen mit meinen Mitarbeitern und Kollegen, das nehme ich ja auch mit in mein privates Umfeld, in meinen Freundeskreis, vielleicht sogar in die Erziehung.


Absolut! Ich möchte hier den ehemaligen Geschäftsführer von Elin zitieren, übrigens auch ein großer Fan von positiv Leadership, der bei seiner Begrüßung der neuen Führungskräfte immer gesagt hat, wenn z.B. jemand 20 Mitarbeitende hatte, zu denen gesagt hat: "Vergessen Sie nicht, Sie führen insgesamt 60 Menschen. Die sich dann gefragt haben, 60 ich habe doch nur 20. Er hat gesagt, nein, Sie haben 20 direkt aber wenn die Leute die Sie führen nach Hause gehen, dann ist dort in der Regel noch ein Partner und durchschnittlich ein Kind, das heißt Sie führen, Sie beeinflussen noch viel mehr Menschen als die, die sie sehen!"

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