Wie wurde positive Leadership bei Lidl implementiert?

Aktualisiert: Jan 8

Die Firma LIDL Österreich beschäftigt sich schon seit einigen Jahren mit dem Thema positiv Leadership und heute geht es darum, was denn der Auslöser war und wie die Vorgehensweise war. Bei uns zu Gast Daniela Pollhammer.

Der erste Weg war natürlich in der Geschäftsleitung. Ich kann keine Kulturveränderung oder Kulturergänzung machen, ohne das ich nicht das Commitment der Geschäftsleitung habe und ohne dass ich die nicht mit im Boot habe, weil dieses positiv Leadership ... dieser Ansatz muss ja auch vorgelebt werden. Ich kann nicht Wasser predigen und Wein trinken oder so ähnlich in dem Sprichwort... es ist ganz wichtig dass man die Geschäftsleitung mit im Boot haben.


Da war es so, da möchte ich gleich von einem ersten Stolperstein berichten. Positiv Leadership ... wir haben das präsentiert und es ist stärkenorientiertes Führen und die Potenziale entfalten und dann ist gleich mal jemand auf mich zukommen "Sag, Daniela, wie ist das dann jetzt bei uns, ist jetzt alles nur noch eitle Wonne Sonnenschein, darf jetzt bei uns nur mehr die Sonne scheinen, darf ich jetzt gar nichts Negatives mehr ansprechen, das wird nicht funktionieren!" So, das waren mal so die ersten Gegenstimmen die wir gehabt haben. Da war dann für mich ...Vorsicht, wir müssen da mehr ins Detail gehen. Wir müssen die Leute besser abholen, da wo sie stehen abholen und dann habe ich ihnen erklärt, positiv Leadership ist jetzt nicht, dass ich nie mehr wieder etwas Negatives sagen darf, sondern ist einfach wir holen die Perspektive des Guten ... der Stärken ...des Positiven dazu und stellen diese voran.


Das heißt, um eine Metapher zu nützen, das ist so als ich zur Schule gegangen bin, in meiner Schulzeit war es so, ich habe einen 7-seitigen Aufsatz geschrieben und hatte 4 Fehler. Was ist am Ende des Tages darunter gestanden? Unten... in ROT...Signalfarbe auch noch ... 4 Fehler! Und das war die Essenz von meinem 7-seitigen Aufsatz. Wir sagen jetzt "Hey WOW, du hast 7 Seiten einen total tollen Aufsatz geschrieben, inhaltlich super, da kommt eine Message rüber aber es sind natürlich auch die vier Fehler. Ich blende diese Fehler nicht aus, aber ich stelle sie hinten an. Das wichtigste ist vorher, dass ich einen supertollen Text geschrieben habe ... mit vier Fehler. Das heißt, man kann das sehr wohl weiterhin ansprechen aber immer im vorhinein das Gute betonen. Das haben wir mal gleich aus dem Weg räumen müssen, damit das ganz klar ist. Wir hatten dann die Unterstützung von Markus Ebner. Mit Hilfe von ihm haben wir die ganzen Führungskräfte geschult. Wir haben sie eben abgeholt zu dem Thema.


Dann sind wir in die Mitarbeiterinformation gegangen ... also wir haben das verbunden mit unserem Führungsleitbild und so haben wir dann alle informiert. Was natürlich die Challenge ist bei LIDL, jeder der LIDL kennt weiß, wir haben Filialen und wenn ich jetzt sage positiv Leadership in einer zentralen Organisation ... bei uns in der Zentrale die Menschen abzuholen und es umzusetzen ist ja noch halbwegs machbar oder überschaubar ... jetzt habe wir aber über 250 Filialen! Wie holen wir diese Leute, unsere Mitarbeiter, unsere Kollegen und Kolleginnen, wie holen wir die ab? Da war es so, dass wir uns auf das PERMA Workplace auf diese Onlineumfrage gestürzt haben, weil wir einfach wissen, die Personen oder die Unternehmen die die PERMA Faktoren leben haben einfach motiviertere und zufriedene Mitarbeiter und vor allem leistungsstarke Mitarbeiter weil das wirkt sich direkt auf die Motivation auf die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter aus.


Da haben wir dann eingeführt, weil es ist ja irgendwie so jeder ein bisschen Unternehmer vor Ort, und es haben natürlich alle das Führungsleitbild gehabt und jeder hat für sich Maßnahmen aufgrund der Umfrage für ihre Filiale abgeleitet was sie machen. Diese Maßnahmen sind dann von uns gesammelt worden und stellen wir dann wiederum allen zur Verfügung. Ihr kennt sicher das Sprichwort "Wissen ist Macht" Wir haben das für uns umgeändert und zwar "Wissen teilen ist Macht" Es ist uns ganz wichtig, dass wir einen Best Practice Austausch haben. Wir stellen Success Stories vor, ganz ganz wichtig dass wir alle dazu abholen.


Es gibt da diese Kurve von denen, die sofort folgen. Also wir haben welche gehabt, die sofort aufgesprungen sind auf das Pferd und welche die wir auch immer noch abholen. Es ist jetzt kein abgeschlossenes Projekt, es wird uns immer wieder begleiten und ja wir werden immer weitermachen. Wir haben positive Leadership auch integriert in unsere Prozesse. Wenn wir jetzt Mitarbeitergespräche führen in unserem Talent Management Prozess dann geht es auch da um Stärken. Das war uns ganz wichtig wenn wir sowas implementieren auch in die Prozesse integrieren. Wenn wir bei uns in der internen Kommunikation ... kommunizieren wir in erster Linie den "Reason WHY" das heißt den Sinn dahinter. Intranet Beiträge werden anhand der PERMA Faktoren aufgebaut. Wir haben überall kleine Spritzen gesetzt, um das positiv Leadership bei uns zu integrieren.

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